Antisemitismus und die AfD

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Datum/Zeit
Date(s) - 11. März 2026
19:30 - 21:30

Veranstaltungsort
Z - Linkes Zentrum in Selbstverwaltung

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Antisemitismus und die AfD

Mi 11.03.26: Buchvorstellung mit dem Autor Stefan Dietl im Rosenheimer Z

Am Mittwoch, den 11. März 2026, lädt die Bibliothek_A in das Z – Linkes Zentrum in Selbstverwaltung zur Buchvorstellung „Antisemitismus und die AfD“ mit dem Autor Stefan Dietl ein. Die Lesung beginnt um 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Antisemitismus ist in der AfD allgegenwärtig. Immer wieder attackiert die Partei unter Rückgriff auf antisemitische Stereotype prominente Vertreter*innen jüdischen Lebens. Führende AfD-Funktionär*innen teilen antisemitische Verschwörungserzählungen oder relativieren die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Auch in Stadt- und Landkreis Rosenheim: Bei einem Wahlkampfauftritt am 30.09.2018 in Bad Aibling kombinierte beispielsweise der jetzige AfD-Landtagsabgeordnete und aktuelle Landratskandidat Andreas Winhart antisemitische Verschwörungspropaganda – mit offener Gewaltfantasie. Er behauptete, die Wahl der AfD biete die Chance, „die Soros-Flotte mit den ganzen Rettungsbooten im Mittelmeer zu versenken“. 2020 teilte der Priener AfD-Gemeinderat Sepp Schuster auf Facebook Inhalte, in denen die Shoa geleugnet bzw. massiv relativiert wurde. Der Marktgemeinderat Prien verurteilte den Vorgang fraktionsübergreifend. Aktuell kandidiert Sepp Schuster für die AfD zum Kreistag in Rosenheim. 2021 veröffentlichte der ausführlich im Verfassungsschutzbericht erwähnte Rechtsextremist und damalige AfD-Aktivist Stefan Bauer ein an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gedrehtes Video, in dem er Corona-Maßnahmen mit dem Holocaust verglich und dabei u. a. auf Zyklon B Bezug nahm. Ihm gelang es mit seinem Verhalten sogar aus der AfD ausgeschlossen zu werden. 2025 zog er trotzdem als Nachrücker für den verstorbenen AfD-Stadtrat Hans Raß in den Rosenheimer Stadtrat ein. Bis heute ist Stefan Bauer oftmals bei AfD-Veranstaltungen anzutreffen. Im letzten Wahlkampf (2025) beleidigte eine AfD-Wahlkämpferin vor dem AfD-Stand in der Rosenheimer Fußgänger:innenzone einen, aufgrund seiner Kippa, als Jude erkennbaren Mann antisemitisch als „Kindermörder“. Das antisemitische Stereotyp des „jüdischen Kindermörders“ bezieht sich auf die Ritualmordlegende, einen antisemitischen Mythos, der Juden:Jüdinnen beschuldigt, christliche Kinder für rituelle Zwecke zu töten.1

Trotz der zahlreichen einschlägigen Skandale in ihrer noch jungen Parteigeschichte wird dem Antisemitismus in der Analyse der AfD jedoch kaum Beachtung geschenkt.

In seinem Buch „Antisemitismus und die AfD“ (Verbrecher Verlag, 2025) widmet sich Stefan Dietl dieser Leerstelle und beschreibt den Antisemitismus als wesentliches Ideologieelement und Welterklärungsmodell der AfD. Dabei nimmt er die verschiedenen Erscheinungsformen des Judenhasses in der Partei ebenso unter die Lupe wie die Versuche der AfD, sich als Bollwerk gegen Antisemitismus und Fürsprecherin Israels zu inszenieren. Zudem wirft er einen kritischen Blick auf die angebliche Tabuisierung des Judenhasses in der deutschen Gesellschaft und auf die Renaissance des Antisemitismus im öffentlichen Raum. Das Buch nimmt zwar nicht direkt Bezug auf Rosenheim, liefert aber dennoch aufschlussreiche Hintergründe für die Situation vor Ort.

Die Buchvorstellung ist eine Veranstaltung der Bibliothek_A in Kooperation mit dem DGB Rosenheim, und dem Kurt Eisner Verein.  Veranstaltungsbeginn ist 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei, es gilt ein Einlassvorbehalt2.

2 Einlassvorbehalt: (gem. § 6 VersG / Art. 10 BayVersG): Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Das Gleiche gilt für Personen, die bereits in der Vergangenheit durch nationalistische, verschwörungsideologische, rassistische, antisemitische, antifeministische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind oder Parteien oder Organisationen angehören, die durch solche Äußerungen in Erscheinung getreten sind.